Der alte Papageno erinnert sich - unversehens taucht er ein in vergangene Zeiten und gerät dabei mitten hinein in eine erlauchte Runde, die sich eingefunden hat, um Mozarts „Zauberflöte“ aufzuführen.

 

Die aristokratischen Akteure:

Ludwig II. persönlich (Sarastro), Kaiser Franz Joseph (Tamino), seine Mutter Sophie (Königin der Nacht), die Kaiserin Elisabeth (Pamina) und andere Vertreter der damaligen politischen Elite.

Jeder von ihnen übernimmt eine der bekannten Rollen, kritisch beobachtet vom (echten) Papageno, der die dilettantischen Bemühungen der Protagonisten mit wachsendem Unmut verfolgt.

 

Es ist ein listenreiches Spiel im Spiel, das sich dem Publikum bietet.

 

Erstmalig im Rahmen der Herrenchiemsee Festspiele unter der Leitung von Enoch zu Guttenberg aufgeführt, knüpft diese Version von Mozarts „Zauberflöte“ an übliche Gepflogenheiten des 19. Jahrhunderts an. In den Adelsfamilien gehörte es zu den bildungsbürgerlichen Ritualen, Klassiker der deutschsprachigen Bühne in aufwendigen Amateur-Aufführungen in Szene zu setzen.

 

Auch Ludwig II. von Bayern stand in dieser Tradition aristokratischer Theaterleidenschaft – die Szenerie, die sich dem Zuschauer bietet, ist indes frei erfunden.

 

Die Rolle des „echten“ Papageno hat der Schauspieler Gerd Anthoff übernommen. Mittendrin und doch distanziert vom Geschehen berichtet er dem Publikum von der „wahren“ Geschichte der Zauberflöte, kommentiert, korrigiert und stiftet dabei wunderliche Koalitionen mit seinem Sänger-Double.

 

Die Oper wurde live während mehrerer Vorstellungen im Prinzregententheather München verfilmt.